Tellskapelle: Die Renovationsarbeiten sind angelaufen

Immensee, 6. April 2016 – Die Tellskapelle wird sanft renoviert. Grund dafür sind unter anderem Probleme mit dem Dach. Letzte Woche wurde das Gerüst gestellt.

Zehn Jahre ist die letzte Renovation der Tellskapelle her. Damals stand vor allem das grossformatige Fassadenbild Tells Schuss im Fokus der Restaurierungsarbeiten. Diesmal ist es hauptsächlich das Dach, das Probleme macht. «Ist bei einem Haus das Dach nicht gut, ist dies das Heikelste», erklärt Hanstoni Gamma, Verwalter der Hohlen Gasse. Schon im Winter 2015 seien deshalb alte Bäume auf der rechten Seite der Kapelle entfernt worden; einerseits aus sicherheitstechnischen Gründen, andererseits eben auch um das Dach vor weiterem Schaden zu bewahren. «Wenn das Holz weg ist, können wir auch das Kapellendach flicken», sagt Gamma. Die eine Seite des Kapellendachs wird nun im Rahmen der Restauration neu gedeckt, die andere ist noch intakt. Die handgefertigten Ziegel, die aufgrund ihres Alters abblättern, werden durch Ziegel gleicher Art ersetzt. Die Eingangstüre wurde bereits vor Ostern neu befestigt.

Weitere Arbeiten
«Als wir uns ans Dach machen wollten, stellten wir weitere Probleme fest», so Gamma. Dazu gehören laut dem Verwalter Risse in den Wänden und zwei bis drei weisse Striche im Fassadenbild. Für die Restaurierung musste ein Gerüst gestellt werden und deshalb hat sich die Stiftung zur Erhaltung der Hohlen Gasse auch für einen Neuanstrich des Türmchens entschlossen. Für Gamma ist klar: «Man soll diese Arbeiten ausführen, wenn alles noch in einem einigermassen guten Zustand ist. Sonst ist man schnell bei einer Totalrevision.» Da die Tellskapelle unter Denkmalschutz steht, geschieht die Restauration in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kultur Schwyz. Auch bezüglich der Auflagen des Amtes sei eine feine, sanfte Renovation einfacher, als wenn man gröbere Dinge machen müsse, sagt Gamma. Vom Amt für Kultur wie auch von der Stiftung hat er für die Sanierung grünes Licht erhalten.

Kanton beteiligt sich
Rund 50?000 Franken wird die Sanierung kosten. Bezahlt wird diese von der Stiftung zur Erhaltung der Hohlen Gasse. Einen Viertel der Kosten übernimmt das Amt für Kultur. Zudem beteiligen sich auch die Katholische und die Reformierte Kirchgemeinde mit einem Beitrag an der Sanierung. Die Arbeiten werden von sechs verschiedenen Handwerkern mit den entsprechenden Fachkompetenzen ausgeführt. Bauleiter ist Hansjörg Bruggmann, der sich auf alte Gebäude spezialisiert hat und im Dorf für verschiedene Restaurationsprojekte bekannt ist.

Ein beliebtes Ausflugsziel
Die Tellskapelle wurde 1635 gebaut und im Jahr 2006 zum letzten Mal renoviert. Jährlich finden in ihr zwei bis vier Hochzeiten statt und im gleichen Rahmen auch Taufen. Auch für Schulklassen sind die Hohle Gasse und die dazugehörige Kapelle ein beliebtes Ausflugsziel.

Quelle: Lokalzeitung Freier Schweizer, Küssnacht (Ausgabe vom 5. April 2016)

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